Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Dienstag, 4. Jänner 1921, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1921-01-04.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0D7D-B.
4/1 Traum: Ein ziemlich großer Saal (sonst undecidirt), ― ziemlich (ganz?) leer, in einiger Entfernung Heini. Ich an einer Wand, Olga irgendwie heroisch-wittwenhaft gekleidet (nicht dunkel), auf mich zu, sagt etwa. „Es ist sehr traurig“ ― oder: Ich bin sehr traurig, küsst mich zärtlich, lang, bis ich erwache.―
― Kammerspiele. Erste Reigenprobe; sehr guter Eindruck; arrangirten nur 3½ Scenen.― Schulbaur officiell Regisseur.
In Berlin Gerichtsverhandlung;― Ausgleichsvorschlag ― der R. dürfe nur ― zwei Monate gespielt werden!―
Nm. Hr. Chapiro, von Populaire, russischer Jude, französ. Journalist; amüsant, auch recht gescheidt;― von Julius Caesar bis Lenin über Zweig und Rolland spannte sich das Gespräch; der Nachgeschmack war nicht zweifellos rein;― wie nach der Unterhaltung mit einem unzuverlässigen Menschen.―
― Mit Heini Beethoven op. 95. Heini fühlt schon heute (wie ich vielleicht erst mit 40) daß die Beethoven Quartette das absoluteste sind, was menschlicher Geist hervorgebracht;― das Wunder aller Wunder.