Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Montag, 26. Juli 1920, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1920-07-26.html (Stand 30. 6. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-0CDB-1.
26/7 Traum: Straße etwa München, Innsbruck,― auf Reisen ich mit einigen ― wer? Olga? Liesl, Mirjam? ― deutlich nur Schott;― wir beschließen, Schotts Vorschlag, gleich mit dem Auto nach Bozen zu fahren; stehen mit dem Auto vor irgend einem Hotel ― zugleich denke ich: wozu das alles? ich komme ja doch nie wieder nach Südtirol … Dann in einem Zimmer oder auch im leeren, ganz unbetonten Raum; Olga steht da, schwarz gekleidet, größer, in der Erscheinung etwa an M. R. erinnernd; vor der Abreise,― noch wer ist da, aber kaum sichtbar, eine Art Schatten,― ein Individuum oder das Leben oder der Tod ― ohne daß mich das sehr beeindruckt ―; der Wagen wartet gewissermaßen. O. sagt zu mir … Gib mir noch einen Kuß ― aber so voll Liebe, wie du nun voll Haß bist;― sie ist ernst, dunkel und schön;― ich küsse sie, ihre Lippen sind kalt, er dauert, bis ich erwache.―
― Im Lauf des Vormittags Gespräch …
Nm. fuhr ich nach Reichenau; vorher qualvolle Scene; wegen Kreuzberg.―
Curhaus.― Grethe Wertheimer begleitet mich von der Bahn hin.