Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Mittwoch, 8. September 1915, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1915-09-08.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-05E6-B.
8/9 Die Frühstunden, noch im Bett, am ärgsten. Das unleidliche Getös im Ohr. Zwangshafte Verstimmung Kopfweh; düstrer zielloser Groll bis zu Thränen.―
― Mit Lili allein spazieren ― herbstlich, wetterdrohend, Schafberg, Dornbacherpark, Pötzleinsdorfer Wald. Soldaten; Drachen, Fußballspieler. Dann fand Lili: „Es hat doch Sinn, dass die Menschen sterben, sonst wäre bald kein Platz mehr auf der Welt.“ Dann: „Wenn Gott so viel schöne Dinge geschaffen hat, so hat er doch auch die Menschen schaffen müssen, damit wer da ist, ders sieht ― (versteht), der was damit machen kann.―“ Später Eintagsfliegen. Ich erkläre ihr, sie heißen so, weil sie nur einen Tag leben. Lili: Ah, darum seh ich sie so selten!― ― Meistentheils aber mußt ich die Geschichte vom Zaubrer weitererzählen.―
Nm. mit Verführer, 3. Akt beschäftigt. Immer neue Scenarien.―
Gustav zum Nachtm.―