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Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Donnerstag, 2. April 1914, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1914-04-02.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000C-03DC-9.

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Chronik

Donnerstag, 2. 4. 1914

Aufenthaltsorte
Wiener Schnitzler
Gedruckte Briefwechsel

Arthur Schnitzler an Hans Henning, 2. 4. 1914

Quelle: Arthur Schnitzler: Briefe 1913–1931. Hrsg. v. Peter Michael Braunwarth, Richard Miklin, Susanne Pertlik und Heinrich Schnitzler. Frankfurt am Main: S. Fischer 1984. (PDF unter: https://schnitzler-briefe.acdh.oeaw.ac.at/)

Kalliope Verbundkatalog

Schnitzler, Arthur an Henning, Hans [Briefe]

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Donnerstag, 2. April 1914

2/4 Dictirt: Briefe.―

Zu Bettelheim; hauptsächlich um zu besprechen, wie mein Raimund Preis zu verwenden; vorerst 500 an Streicher beabsichtigt, dessen „Traumland“ mir B. mitgibt.

Dann erzählt er genaueres über den Grillparzer Preis. Erste Sitzung: „Ich erkläre Bernhardi als einzig preiswürdiges; Bauer dafür; Thimig begeistert dafür;― Jodl kennts noch nicht; Bulle Weimar auch nicht.―

Am Abend teleph. Jodl sehr ergriffen vom 1. Akt.― Zweite Sitzung. Bulle hat einen Brief geschrieben: Paul Ernst; nicht A. S.― Jodl findet … es sei doch eben ein Kampfstück ― wenn aber die übrigen beim Bernhardi bleiben, werde er nicht dagegen sein. Ich (Bettelheim) weiss, diese Entscheidung wird einen Sturm hervorrufen ― besonders aber wenn nicht einstimmig, wird man die zwei Juden beschimpfen ― (Bettelh. und Bauer); ― und Thimig kanns seine Position kosten. Ich mache also Thimig ― als Freund, es ist meine Pflicht, auf die Gefahren aufmerksam … er bleibt zuerst fest, ist bereit, sogar dem B. zuliebe zu fallen; … mich genirts natürlich nicht, wenn die Leute auf mich schimpfen, ich bin unabhängig; ― aber für Thimig bedeutet es doch was andres,― und so entschließt er sich, auf meine Mahnung hin, die Stimme zu verweigern. So hat der Bernh. nur 2 Stimmen ― und der Preis wird gar nicht vertheilt ―“ Dies erzählt er mit dem ganzen schönen Muth der Feigheit; der ganzen Aufrichtigkeit der Falschheit,― und stets von Bewunderung für mein Werk durchdrungen ― mit dem Gemisch von Biederstolz und schlechtem Gewissen ― die sein Wesen ist. Ich finde die Sache kostbar! ― O Wundermacht des Bernhardi. Jeder decouvrirt sich bei dieser Gelegenheit ― und zeigt sich, wie ich ihn kenne. Und dabei muss man (― in Oesterreich, Wien, 1914 ― und bedenkend, dass ich ein Jude bin ―) noch sagen … „Ein ganz anständiger Mensch …“

― Nachzutragen noch, dass Jodl (noch ohne das Stück zu kennen) dunkel wußte, die Akademie sei eigentlich gegen mich ― (weil ich damals jenes Bankett abgelehnt und dem dummen Minor auf seinen dummen Brief entsprechend geantwortet!) ―

Nm. mit Hrn. Feuer meine Personal Einkommens Steuer Fassion entworfen.―

Abend Specht’s bei uns.―