Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 12. Februar 1911, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1911-02-12.html (Stand 14. 7. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FF63-7.
12/2 S.― Nach Brünn. Auf der Reise ein wenig der Novelle (Tennhardt) (= Graesler = Arztens) und dem Wurstlroman nachgesonnen. Wiedergelesen: Fontane, Irrungen.
An der Bahn Hr. Spitzer; Grand Hotel; Mittag. Mit Spitzer in leichtem Schneefall Spaziergang. Dann allein im Hotel. Die Programmnummern durchgeflogen. „Irrungen“ weiter. Die ganz spezifische Einsamkeit solcher Stunden in fremden Städten in der Zimmerstille ― mit dem ewigen Lärm in mir. Melancholie.―
Vorlesung im Redoutensaal. Medardus Schenkenszene. Las schlecht, hustete, fürchtete die Stimme ganz zu verlieren. Aus dem 3. Capitel Weg ins freie. Leidlich.―
Pause. Ober Stabsarzt Dynes ― einstiger Kamerad ― vor 28 Jahren.― Las dann Gustl, recht gut. Beifall größer als je.―
Im Grand Hotel mit Dynes (Erinnerungen), Dr. Landesmann (auch längst bekannt), San. Rath Spitzer und Sohn (der Arrangeur), Dr. med. Haberfeld.― Ganz gemütlich.