Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Sonntag, 18. Oktober 1908, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1908-10-18.html (Stand 30. 6. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-FC14-3.
18/10 S.― Vm. mit O. zu Saltens (dessen Frau neulich leicht operirt wurde). Richard und Paula dort.― Salten war Spätsommer auf dem Berghof, erzählte komisch widerliches. Schwiegersohn Riki Strisowers, christl.-socialer Abgeordneter, Kartenpartie Pantz, Gemahlin ― Schwägerin Risa (Horn) mit Streit; Risa die Karten hinhauend und ihm vorhaltend: Ein Mann, der sich von seiner Frau aushalten läßt ― Drauf er: Und dein Mann ―?― Auch Emil Brüll hat sich dringend taufen lassen, mit Familie ― sein koberlhafter Bub in plötzlicher Besorgnis (Salten copirte es köstlich ―) „Vater … wie wird mer mir das in der Schul ankennen, dass ich Katholik bin?“ ―
― Ehescene Artur Specht und Frau, köstlich vorgetragen.―
― Nm. war Dr. Paul Eger, Prag, Dramaturg, von früher bekannt da; ob ich auf den Aenderungen des Ruf bestehe; wir kamen überein. Anatol wird in Prag abendfüllend zu 5 Stücken gegeben; Episode am wirksamsten. Weihnachtseink. und Agonie noch nicht versucht.―
― Schrieb flüchtig aber sicher den ganzen letzten (5.) Akt des W. Lands nieder, habe nun einige Hoffnungen für das Stück ― vom Schluss aus zu reconstruiren.
― Gab Heini Klavierstunde.
Nach wunderschönen Herbsttagen plötzlich Regen und Kälte.―
Las eine der mir von Albert Ehrenstein übersandten Skizzen.