Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Digitale Ausgabe. Herausgegeben von Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien, 2021. Montag, 20. September 1880, https://schnitzler-tagebuch.acdh.oeaw.ac.at/entry__1880-09-20.html (Stand 30. 6. 2026), PID: http://hdl.handle.net/21.11115/0000-000B-DDB8-D.
20/9 Montag früh.― Gestern Nachm. ging ich zu R.s; spielte mit Fanny Klavier, gab ihr meinen Brief, blieb nur kurze Zeit.― Kahane fragt mich dieser Tage, ob ich Philanthrop sei. Mit gutem Gewissen könnt’ ich nicht sagen: Ich liebe die Menschheit. Eine solche Fülle von Egoismus, Dummheit, Schlechtigkeit, Wohldienerei, Kriecherei, Unaufrichtigkeit, Äußerlichkeit ― O ich werde nicht fertig. Vielleicht erscheint mir alles liebenswerther, milder im Lichte einer wonnereichern Zeit.―
― Ich bin jetzt zu allem andern noch erschrecklich nervös.