Mittwoch, 14. November 1928

14/11 Vm. Frau Clauser, die mir neulich wegen franz. Übersetzungen geschrieben;― sie las mir den Anfang der „Blumenfranzösisch vor,― auch ein deutsches Gedicht, auf den Tod ihres Vaters, den Bankpraesidenten W. v. Adler. Lebte bis 18 in Paris (wie er). Verheiratet, zwei Kinder; recht charmant.―

Dictirt Briefe;― Tageb. Lili (1922). Welche Freude zu leben ― jung zu sein ― Und schon die ersten wie kindischen Selbstmordgedanken …― Dass man es erträgt!― Aber erträgt mans denn? Dass man weiterlebt, täuscht einem das Ertragen vor.―

Zu Tisch C. P., die heute übersiedelt ist. Nm. ein wenig spazieren mit Kolap.―

Nm. ziemlich arbeitsunfähig wie gewöhnlich ―

Ztg.ausschnitte durchgesehn.―

Hole C. P. ab (Hasenauerstr.) ― mit ihr im Rest. Türkenschanzpark genachtmahlt. Zu dieser Saison ein tristes Local. Im Saal daneben Übungen einer Tanzschule mit einem schlechten Walzerspieler.

― Daheim las ich in dem Sammelwerk „Lüge“ (Plaut) weiter, und Hauptmanns Wanda.―