Sonntag, 14. November 1926

14/11 S.― O.’s Anwesenheit übt ihre ans pathologische grenzende funeste Wirkung;― diesmal noch gesteigert, durch die ununterbrochenen Conflicte mit C.― Immer wieder, des Morgens, mit „erledigenden“ Briefen innerlich beschäftigt. Wie nutz- und aussichtslos auch dies. Wie klar, scheinbar erledigend lag der Fall Lili,― auch nach der mündlichen Aussprache;― wir schienen ― sind auch der gleichen Ansicht ― Trotzdem deutlich zu spüren ― und auch aus ihren Äußerungen an V. L. zu entnehmen ― dass ich ― „versagt“ habe ― ein Wort in seiner beschuldigenden Vagheit für O. wie geschaffen.―

Vm. mit Viki Spaziergang Dornbacher Park.― (Allerlei zum Diagramm „Eigenschaften“ etc.)

Zu Tisch O.

Nm. mühselig an „Therese“.―

Lili fort, O. arbeitete in Lilis (einst ihrem) Zimmer, kunstgewerblich;― mit ihr Kino (Nanette macht AllesChristians) ihre Zärtlichkeit auf dem Nachhauseweg.― Nach d. N. (mit Lili) Frage, was mich „bedrücke“ u. s. w.;― Gespräch über Lili;― ohne neues zu bieten;― meine „Gereiztheit“, meine „Ungeduld“ ― natürlich kam es auf C. P.;― es sei doch das, das eine Beziehung zwischen mir und ihr nicht aufkommen lasse.― Wie vergeblich sind Worte;― solche Unterhaltungen wie gestern und heute, mit C. und O. ― sollten doch endgiltig „belehren“ ― oder da man doch längst „belehrt“ ist ― vollkommen gleichgiltig machen. Es wäre ja auch alles in Ordnung, wenn mir nicht jede irgendwie leid thäte.―