Samstag, 22. November 1924

22/11 Traum: Gesellschaft, bei uns (ich und O.) die Wohnung indifferent, am ehesten Burgring;― drei Leute eingeladen;― nach dem Nachtm. sollen noch drei kommen, etwa Mimi, Vicki, Kaufmann;― aber es kommen immer mehr;― auch mir unbekannte;― ich bin empört, auch, dass O. mir nichts gesagt;― auch ein Herr HugoSchwer (mit schwarzem Vollbart) ― so hieß glaub ich vor Jahren wirklich ein antisem. Kritiker;― ich setze mich an einen Tisch, O. mir vis à vis, quasi um mich zu versöhnen: „Du hast ja nichts“;― und gibt mir Roastbeef, Schinken, sauce tartare ― ich esse, aber danke nicht;― dann stelle ich mich, quasi ironisch, jenem Herrn Schwer (der jetzt bartlos) vor. Er ohne mich zu regardiren „Schwer“, sieht wieder fort ― ; mein Unwille steigt;― ich schwinge, irgendwie schwebend, hinter O.s Sessel eine Bierflasche über einer andern, die ich nicht gleich nach Wunsch treffe, endlich Krach und ungeheurer Lärm. Ich sitze nun in einem Theater; ― auf der Bühne (marionettenhaft) irgend ein costumirter Mensch, singend: „Es ist dreiviertelzwölf ( ― jener Krach früher war offenbar der Glockenschlag) ― nun beginnt bald der Spuk“ (in der Art eines ital. Recitativs) ― ich lache so heftig, dass die mir rechts analog auf dem Ecksitz der 1. Reihe sitzende Dame mitlacht und ich lachend erwache.

Dict. Briefe, aphor., Roman.―

Mit C. P. Kino (Königsmark II).

Bei Vicki und Mimi (Peter Jordanstr.) genachtm. mit Arthur Kaufmann.