Donnerstag, 17. Jänner 1924

17/1 Dictirt Briefe, und „Verf.“.

Mit Lili bei Dr. Hornegg, der gern von Lili gehört hätte, daß sie sich selbst den Zopf abgeschnitten. Ich erklärte ihm eine halbe Stunde lang, wie viel dagegen spräche, und er mußte sich am Ende zufrieden geben. Lili selbst antwortete so klug und unbefangen wie möglich. Als wir nach Hause gingen sprach sie nur davon, mit wie viel Vergnügen sie mir zugehört … Ich sprach von ihrer verhältnismäßigen Unbetheiligtheit, ihrem Egoismus; sie sagte: „Kein Aerger ist so groß, daß er nicht von dem Vergnügen, überhaupt auf der Welt zu sein, aufgewogen würde.“ ― Dann wieder historisches. Alexander dem Großen (sie hatte kürzlich Jakobs Alexander in Babylon gelesen) nehme sie nur übel, daß das vor ihrer Zeit gewesen. Aber die Vergangenheit hätte wenigstens das gute für sie, daß sie schöne Bücher darüber lesen könne;― die Leute, die nach ihr kämen,― die hätten überhaupt keine Existenzberechtigung.―

Nm. am Verf.

H. K. bei mir.