Montag, 20. August 1923

20/8 Celerina. Viel geträumt. U. a. von einem Gemeinderat, etwa Blumenfeld geheißen erscheint ein höhnischer (antisem.) Nekrolog über Sonnenthal;― aber ein Flötist in seinem Trio heißt Pisko;― ich sage zu Richard und Salten: ― ich werde vor sein Fenster gehn, und hinaufrufen: Sie vergessen, daß P. auch ein Jude ist. Ich gehe einige Schritte, das Fenster (etwa im Währinger Rathaus) steht offen, aber auf halbem Wege kehr ich um; S. sagt: Sie hätten es thun sollen ― es wäre von unberechenbarem Vortheil für Sie (etwa im Sinne: für Ihre Stimmung, Ihr Selbstgefühl) gewesen;― dann eine Bergbahn, in einem Coupé Heini und ich;― Olga in einem andern; an einem Coupéfenster als unsre Magd die (vor 2 Jahren verstorbne) X (Name entfallen), die ein Zeichen macht, als wäre noch Zeit;― nemlich für etwas mit dem Gepäck;― es steht mit O.’s Übersiedlung im Zusammenhang;― und ich verstehe nicht ihre Gleichgiltigkeit …― Dann in der Stadt, Bücherladen, etwa Lechner, aber Chocolade drin, es fällt mir ein,― Weihnachten ― ich habe Kolap noch nichts gekauft, aber es ist ja erst Juni;― die Schulerstraße spielt hinein (wo ich die Ulrike Woytich hinversetze, die ich eben lese) ― jemand sagt, Erwerbsteuer habe zehntausend Perzent Zuschlag, ich berechne, dass ich dreißig Milliarden zahlen muß und lache.―

Vm. mit C. spazieren von Cel. gegen Pontresina.―

― Briefsendung aus Wien; auch von B. B.

Nm. am Verf.; stundenlang.―

H. K. tel. aus Churwalden: W. telegr. wegen Genf; sie möchte aber lieber hieher.―