Freitag, 4. August 1922

4/8 Früh zum SchauerO. zwischen ihren Koffern, muss wieder einen Korb kaufen, hat Koffer in München, in Salzburg;― der ganze Jammer dieser Existenz wurde mir so offenbar.―

Spazieren durch Wiesen und Wälder nach Starnberg, mit der Bahn zurück.

Elisabeth Terrasse zu Mittag mit O. und Frau Pollaczek die wahrscheinlich auch nach Lermoos gehn werden. Wir reden über Sommerfrischen,― den Unterschied zwischen bayr. und oesterr. Verhältnissen; das tückisch schmierige habgierige Gesindel in Oesterreich (Seewirth!); die Eigenschaften der Bauern ― alle angeblich „jüdischen“ [complicirt] durch Dummheit und Rohheit.

Nm. am Verf. Ein paar Stunden immerhin mit einiger Concentration am 1. Akt gefeilt;― aber eben dadurch der wahrscheinlich unheilbaren Schäden des Stückes ― oder vielleicht meiner jetzigen Productionsart inne geworden.

― Abend spazieren; O. mit Fr. Poll. begegnet ― über die schönen Besitzungen und Parkanlagen hier.― Allg. Nachtm. auf der Elisabethterrasse. Heini entschließt sich, da Poll.s auch nach Lermoos gehn, mit ihnen zu fahren, und die absolute Notwendigkeit ― schon die Generalprobe des „Welttheater“ in Salzburg zu sehn, ist erledigt. Ich sagte ihm: Wenn man so inconsequent ist, darf man nicht so eigensinnig sein.

― Die andern zum „Schauer“ zurück ― ich lese wie gewöhnlich noch im Rauchzimmer. (Scherr, dtsch. Kulturgeschichte,― Goethe Gespräche (Biedermann);― Schopenhauer, Lebensweisheit;― Keller, Züricher Nov.) ―