Donnerstag, 13. Juli 1922

13/7 Allerlei Träume der letzten Zeit. Mit O. und Lili in irgend einem Zimmer;― O. erzählt etwas von Frau St. und G.;― ich frage: Hat G. vielleicht mit der auch ein Verhältnis?― Sie: „Ich hoffe nicht“; es fällt mir ein, dass Lili dabei ist was mir peinlich.― Heute träume ich ― Spazierg. mit O. etwa in Wr. Neustadt ― aber in einem Park, etwa Schönbrunn; auf schmalen Serpentinen herab ― ein sonderbarer hellgekleideter Mensch, Girardihut, ein Bürger dieser Kleinstadt, mit Zeitung,― er liest ärgerlich was komisches, wirkt, gilt als verrückt, dann sitzt er auf einer Bank, steht dann wieder; was er liest oder spricht ― oder überhaupt er selbst so, dass ich lache (und erwache) ― Ein großer Garten,― ich erwarte Alma M., an einem Tisch, eine Dame wird gemeldet,― eine Baronin, ich sehe sie, weiß, elegant; als man (wer?) sagt, Alma sei nicht zu Hause, peinlich ― ich denke, sie wird glauben, Alma lasse sich verleugnen; da erscheint diese selbst, etwas untersetzt, blau gekleidet, küsst mich auf die Lippen;― ich sage etwas zu ihr mit „Du“ ― verbessere mich mit „Sie“ und bin etwas verstimmt, dass sie die „Verbesserung“ gelten läßt …

Dictirt Briefe; Verf.

Nm. am „Verf.“ ―

Helene besucht mich, leiht sich Sommerbücher aus. In einem Gespräch mit ihr wird mir die Zerrüttung meines Familienlebens wieder besonders klar …

Z. N. Gen.d. Preßburger und Kertesz Regisseur; wir besprechen das Medardus Scenarium.