Sonntag, 19. Februar 1922

19/2 S. Spaziergang im Schnee Grinzing ― Cobenzl (Kirsch und Hansi Skilaufend;― Herzka als Filmregisseur, die Sonne erwartend; ein blasser Milliardär nähert sich, es ist der geschminkte Herr Elfeld) und zurück.

Nm. Richard bei mir, in seiner Filmangelegenheit.

Zum Thee die Collegen Heinis, Hr. und Frau Schwarz; in Sachen der Wanderbühne.―

Dr. Joh. Pollak; der Studiencollege von einst, nach Java pensionirt, in Haag lebend. Jugenderinnerungen. Erkundigungen bei ihm wegen meiner holländ. Reise. Seine Ehe.―

Z. N. Specht und Frau. Für sein Buch sehn wir alte Märchenkritiken durch.― Er findet dann plötzlich, dass Georg Wergenthin (Weg ins freie) gewiß kein großer Componist sei (was ich nicht in Abrede stellte) und ein „werthloser Mensch“ da er Anna Rosner während der Schwangerschaft betrüge. Ich finde diese Methode der Werthung einigermaßen anfechtbar; er verrennt sich in allerlei Albernheiten (in der deutlichen Absicht, voraussichtliche Nörgeleien seines Buches zu motiviren); seine Frau, gereizt gegen ihn, findet, er verstehe von Liebe überhaupt nichts, wirft ihm den Altersunterschied vor, nimmt das Recht auf Ehebruch mehr oder weniger verblümt für sich in Anspruch, er wirft ihr vor, dass sie sich für seine Arbeit nicht interessire, sie ihm, dass sie nicht eingeladen werden, sie sich langweile u. s. w.