Sonntag, 3. Juli 1921

3/7 S. Vm. bei Popper in Hietzing, der nach einem Herzanfall sich recht schwach befindet.

Nm. matt und unwohl.―

Margar. Gelbard Zuckerkandl hatte mich bitten lassen, zu ihr zu kommen; ich besuche sie, bin zum ersten Mal in Otto Z. neuer Wohnung nach seinem Tod. Sie erzählt mir, wie er immer das Bedürfnis gehabt, mit mir zusammen zu kommen, wie gern er mich gehabt. Sie schildert mir seinen leichten plötzlichen Tod, vorgestern Abend, nachdem sie in kleiner Gesellschaft musizirt.― Ich bringe allerlei Jugend- und Studienzeiterinnerungen vor. Sie spricht von den glücklichen vier Jahren mit ihm.― ― Dr. Willy v. Gutmann und Prof. Redlich (Ottos Schwager) auf kurze Zeit. Wir sitzen in dem Zimmer in dem er gestorben. Gegenüber die Wohnung Franz Steiner mit herabgelassenen Rouleaux.― Ihr Bedürfnis mich zu sehn ― sonderbare „psychol. Zusammenhänge“.―

― Zurück; der Ring überfüllt, Kinderopfer- und zugleich Johannstraußfest.―

Marg. Gelb. hatte mit keiner Silbe nach O. gefragt.