Freitag, 26. März 1920

26/3 Windiger Frühlingstag.― Mit Lili Pötzleinsdorf Michaelerberg. Der verwüstete Wald.― Von O. Telegr.,― wegen mangelnder Aufenthaltsbewilligung aus Salzburg fort ― Groß Gmain, noch fiebrig, dieser Tage erst weiter nach P.

Nm. Burgtheater. Urauff. „Schwestern“. In Loge mit Julius Helene, und Heini. Das Interesse war aufsteigend. Ohne Pause gespielt. Tressler Casanova so gut als Tr. eben sein kann. Schott Andrea grau, ohne Seele, declam. leidlich. Danegger Santis sicher und wirksam; Heine Gudar tüchtig, ohne Dämmerglanz;― die Aknay Annina etwas eingelernt, aber sympathisch begabt und schön; die Retty Flaminia meisterhaft wenn auch nicht ganz die Figur; Marberg Teresa ― wackres Theaterpferd;― Bühnenbild köstlich; Tempo gut.― Während des dritten auf die Bühne; zum Schluss zehnmal, nicht übermäßig stürmisch aber beharrlich gerufen. Hatte nicht den Eindruck eines starken Erfolges. Die Atmosphäre um mich etwas lau.― Im Gang unten gratul. Leo und Frau Silberstein. Sect.rath Winter, übertrieben, zu süß wie immer. Hock macht mich aufmerksam, dass aus Ostergründen das Stück nicht so gut angesetzt als ich hatte erwarten müssen;― ferner dass Tressler Mai Urlaub. Ich schlage Romberg Ersatz vor.

Bei Schmidl z. N., mit Heini und Arthur Kaufmann; später Schmutzers. Anfangs animirt, erzählte Theatererinnerungen (Mitterwurzer etc.); dann herunter, ½12 nach Haus.

Las noch in GoetheBode;― fühlte mich allein.