Dienstag, 8. Jänner 1918

8/1 Vm. Correct. an Cas. Nov.

Bei Salten, nach langer Zeit. Er ein wenig befangen. Bald kam Terramare. S. erzählte von seiner Frontreise;― Gespräch über die Kriegsaussichten, über die letzte Lloyd George Rede; u. a.

Gleich nach Tisch Burgth.; Millenkovich,― überreichte ihm die „Schwestern“, er war erfreut, daß es ein Lustspiel, in Versen ― und wohl auch (was er nicht sagte und kaum zu bemerken schien) daß eine Rolle mit Frl. R. besetzt war.― Dann wegen Bassermanns Gastspiel Volksbühne in Kom. der Worte;― ja;― auch die Weite Land Sache Volksth. ist günstig geordnet. Wir schieden als „gute Freunde“.

Mit dem „Verführer“ beschäftigt.

Prof. Zimmels (der Religionslehrer): kleine Denunciationen von antisemit. Seite gegen angeblich „ententefreundliche“ jüdische Schüler ― darunter Heini; Bemerkung eines Prof. in der Conferenz „wohl was sie zu Hause hören ―“ offenbar Tendenz gegen mich;― ich bevollmächtigte Z. die Sache als unverschämte Verleumdung zu erklären.―

Richard Sp. z. N.;― über Wera, die sich nun absichtlich mit Mengelberg compromittirt,― anonyme Briefe an Richard;― der Einfall R. mit M. selbst zu reden!!― nicht ausgeführt.― Über seine geschäftl. Mißgeschicke; seine schlechte Stellung, zu „anständig“ ― vor allem stilistisch nicht frei und eigenartig genug!― Ich tröstete ihn ― wahrheitsgemäß;― seine Stellung als Kritiker sei durchaus nicht übel;― nur seine Stellungen. Im ganzen ist der Fall nicht sehr hoffnungsvoll. An fünfzig ― und dieses Weib!―

O. hatte den Weg ins fr. zu Ende gelesen;― fand die zweite Hälfte ganz außerordentlich ― und das Werk nicht „berühmt“ genug.― Fabelhaft ist ja wirklich, was alles in diesem Buch nicht bemerkt ― oder geflissentlich übersehen wurde!