Dienstag, 14. August 1917

14/8 Traum: zum ersten Mal von St. seit ihrem Tod. Sie ist auf einem irgendwie abgegrenzten Platz, doch wie im leeren, ohne Umgebung; schwarz gekleidet, blass, rothe wie geschminkte Lippen, ich weiß oder weiß es nicht, daß sie todt ist, auch Heini ist da, aber jünger und kleiner als er jetzt ist.― Sie hat Herrn Richard Frankfurter geschrieben (ich meine den Direktor des Lloyd, Albert F.) ― und sagt: Ich schreibe (oder sage) den Leuten immer erst daß ich sie gern habe wenn es zu spät ist. Dann, nah zu mir, doch ohne mich zu berühren, wie ein Geheimnis, flüsternd (ich versteh schlecht): „Es geht mir gar nicht so gut; ich gehe an die Front.“ Wie ich ihr abrede: „Ich will auf den Italiener (von einem Luftschiff meint sie) eine Bombe werfen, der neulich eine auf dich geworfen hat.“ Ich antworte: „Er hat ja nicht mich gemeint, und du wirst auch einen Unschuldigen (oder „den Unrichtigen“) treffen.―" (Abgesehen von den psych. Quellen ― der Luftangriff auf Frankfurt a/M vor 2 Tagen.)

― An der Cas. Nov.

Alex. Engel (dem ich einige Kilo Erdäpfel verdanke, oh Zeiten!, jetzt Pens. Kramer wohnend) bei mir im Garten. Anatolgeschichten und allerlei andre liter. Erinnerungen.―

Nm. Nachklang, Cas. Nov., autob. Notizen über F. S.

Mit Heini Händel Concert, und Beethoven Trio, 2.