Mittwoch, 4. Juli 1917

4/7 Vm. Cas. Nov. (Anfang neu geschrieben.)

Nm. am Fldb.

Mit O. Purkersdorf bei Kfm.― Er schien anfangs etwas erregter als das letzte Mal. Später ruhig, und im Gespräch voll Geist Klarheit und Güte. Spazierg. auf die Wiese hinter dem Sanatorium.― Malvine war in tiefster Besorgnis, wegen der Blutuntersuchung, die nach Aussage des Arztes schlecht ausgefallen. Doch kann er noch nichts sichres sagen ― (sagts aber schon). (Die Blutuntersuchung beweist nichts; die Anamnese spricht gegen P. p.― alle Symptome mehr für Manie (wenn auch bei P. p. das Initialstadium ähnliches aufweist).) Mir verdächtig das immerwährende Zurückkommen auf Nietzsche ― (auf seine Philosophie und seine Krankheit). Er sagte heute, vieles was er während seiner Krankheit als außerordentliche Entdeckungen angesehen („Stationen, die ich überflog“) habe sich als „Blödsinn“ herausgestellt; in der Hauptsache, dem erkenntnistheoretischen Theil sei er ganz sicher. Um das Werk zu schreiben, würde er doch etwa 500 Jahre brauchen. Er sprach heute wieder über meine Production, rieth mir zu einem Pompejus;― wir sprachen über Jacob, seinen Snobismus und Snobism im allgemeinen. Gemeins. Nachtm. bei Krause. Sie begleiten uns zur Station.