Samstag, 24. Juni 1916

24/6 Mit Lili Schule Haizingergasse; Prüfung bei der Lehrerin Marie Ernst. Im selben Zimmer die Brodcommission, Parteienverkehr. Lehrer Fischer als Vertreter des Directors. Frl. Schopf kam in Brodsachen. Schöner Sommertag. Fühlte gramvoll meine Schwerhörigkeit.―

Mit Schönherr in den Cottagestraßen spazieren. Von Krankheiten, Hypochondrien u. dergl., seine Operationen vom vorigen Jahr. Seine Entbehrungen in der Jugend; eigentlich erst seit 4, 5 Jahren sorgenlos, ja wohlhabend.― Neid und dergl. Die Pressebeschimpfungen gegen mich und ihn (K. d. W., Weibsteufel); immerhin er besser dran. Der Neid in andern Regionen,― jetzt z. B. angeblich Intriguen gegen Hindenburg. Eifersüchteleien zwischen Oe. und Deutschland; H. und H.

Nm. am „Sohn“ weiter.

Leo zum Nachtm.; auf der Terrasse. Über die Unexactheit der Menschen und sein Leiden darunter. Etliche Beispiele, die er sehr eindringlich erzählt, von einem Optiker z. B. und von einem Stellwagenconducteur. Ich wünsche er solle sie aufschreiben; das totale würde die Schrulle zur Weltanschauung machen. Er gefiel mir sehr.

― Las den „grünen Heinrich“ zu Ende (zum 2. Mal). Ein reines schönes Buch.―