Mittwoch, 15. Juli 1914

15/7 Im Hotelgarten spricht mich Herr Schik von Markenau („Robert“ aus dem Wr. Journal) an, u. a. ob ich nicht was für die Roland oder Eysoldt, Apollotheater habe? So bietet sich für den Sketsch eine Gelegenheit. Ich antworte dilatorisch.

Auto mit Schmidls nach Wildalpen.― Ich besuche Thimig, der mich überherzlich empfängt, er (und Frau) zeigt mir Haus und Garten, in seinem Zimmer das er „Directionsbureau“ nennt, theile ich ihm mit dass ich 3 Einakter fürs Burgtheater habe, was er gerne hört. Dann zeigt er mir ein Zimmer das Gabillon und Schoene bewohnten und das nächstens Gustav beziehn wird. (Wege des Lebens! Gustav halb offizieller geheimer Mitdirector des Burgtheaters.―) Thimig mit mir ins Hotel; erzählt von der raschen Carrière seiner Tochter, mit Thränen im Aug.― Um 11 weiter, über Weichselboden nach Mariazell; Mittag im „Adler“.― Ließen uns zusammen photographiren. Dann Kirche; Schatzkammer u. dergl. Tiefer Widerwille. Wie wird die Dummheit hier genährt und geehrt. Schlimme Zeit, in der die Worte Freiheit und Aufklärung für die Snobs lächerlich geworden sind und die halbe Welt aus Snobs besteht! ― Schmidls begleiten uns auf die Bahn; wir drei die schöne Mariazeller Bahn hinab, Westbahnhof soupirt.―

Gelesen BermannDas Seil“, sehr nett.―