Dienstag, 29. April 1913

29/4 Teleph. mit Heller: Preßburg Theatercomité verweigert in letzter Stunde aus angeblich formellen Gründen Erlaubnis Bernhardi Aufführung Barnowsky (1. Mai). Der liberaljüd. Kammerrath oder so Antragsteller. Die Clericalen greifen das Stück gleich als religionsfeindlich an. Heller reist hin. Besprechungen. Bürgermeister. Andre. Man müsse übrigens schon aus Courtoisie gegen die Wiener Behörden etc.― Neue Sitzung für heut.―

Dictirt Briefe.―

Nm. Bericht von Heller. Definit. Verbot in Preßburg. Die Sache geht natürlich von „oben“ aus. Fäden zwischen Wien und Preßburg. Tücke, Verlogenheit, Feigheit. Wie wahr, wie gut ist mein Stück! ―

Julius kommt, bringt ein Stück eines jungen HopfingerDer Narr“. Über Kriegsnähe ― F. E. soll ― Oe… für eine verlorene Angelegenheit halten. Übrigens sehr krank sein. Über die Bernhardi Affaire. Die Zeitungen ― liberale, natürlich, schweigen dazu. Die antisemitischen jubeln. „S. von Preßburg abgelehnt“ heißt’s fett in der Reichspost.― Der Literaturgesch. Prof. von Hans trägt u. a. über mich vor, „S. hat als Naturalist begonnen und als Symbolist geendet …“. Prüft Hans am nächsten Tag über mich ― und will à tout prix dasselbe hören (was ihm nicht gelingt). „Spricht Ihr Onkel mit Ihnen über seine Werke …? sie sind ihm wohl noch zu unreif …“ Hans: „Er spricht überhaupt nicht über seine Werke ―“

― Ingrimm und Interesse dieser Außenstehenden.―

Las Hopfingers Stück; nicht ganz ohne Talent, aber kindisch.