Samstag, 10. Februar 1912

10/2 Mit O. und Heini Generalprobe Marionetten (die im übrigen gesperrt war). Führte Heini auf die Bühne; er war voll Interesse und Auffassung; mit Hrn Veit in die untern Räume.― Die Probe im ganzen matt. Onno (im Puppenspieler als Jagisch und als Tod im gr. W.) am besten. Ich sagte ihm nach dem Puppenspieler was freundliches; er faßt meine Hand. „Ich hab Sie ja so schrecklich gern, Herr Doktor …“

― Mit Kramer und Frau (Glöckner) in Nebelkühle ein Stück nach Haus.

Nm. sah ich alte Kritiken über Cassian, Wurstl, Puppenspieler durch.

Heini machte eine Skizze der Cassian Decoration. Wie der Bub sieht! Dann holte er sich Cassian und Wurstl zum lesen.―

Mit O. ins Theater. Sie mit Julius, Helene, Hans in der Loge. Ich meist aufder Bühne. Puppenspieler wirkt leidlich. Cassian fiel sanft ab, auch Widerspruch.― Vorm Wurstl erkundigt sich Frl. Erol (Tochter des 2. Bürgers) nach der Bedeutung des Unbekannten; bringt Grüße von Salten, findet, ich richte eine Wand auf im Verkehr mit andern und beobachte in einer Weise, die etwas beschämendes habe. Wir kamen ins Plaudern, und die „Wand“ fiel.

― Der Wurstl wirkte schwächer als im Lustspieltheater, aber gegen Schluß doch. Recht viel Beifall und Zischen.―

Bei Sacher (im Zimmer, wo ich einst mit Kainz Bruderschaft trank); Julius, Helene; Wassermanns, Schmidls, Gustav, Kaufmann, Trebitsch und Frau, Richard und Paula. Es war ganz gemütlich.― Kramers Puppenspieler wurde schlecht gefunden; als Hauptfehler die marionettenhafte Inszenirung des Cassian.―