Donnerstag, 14. April 1910

14/4 Vm. dictirt.―

Spazieren. Schönherr. Frau Römpler wich uns aus. Sch. verlegen. Erzählte mir von Mißverständnissen etc., während und nach den Proben von „Über die Brücke“.― Ich wußte schon davon.―

Nm. holte mich Dr. Geiringer ab; zu Frau Römpler. Notar Holding. Unterschrift des Kaufvertrags. Frau R. weinte ein wenig. Ich zeigte G. den Garten. Schöner Frühlingstag.

Vorbei bei Richards, Olga und die Kinder im Garten mit Gabriel. Mit O. nach Haus.―

Einiges weiter an M. u. S.

Andrian um 7 Uhr. Neue Sorgen. Beruhigte ihn. Auf dem Weg zu Friedjung Gespräch über freien Willen und Verantwortung, worüber ich mir heut einiges notirt.

Bei Friedjung ein russischer Professor, Bettelheim, Schönherr, Baron Schenk (neu), Bartsch (neu) Ginzkey (neu) R. v. Kralik (neu).― Der russische Historiker sprach eben von Josef II. als einem, der die Menschen nicht liebte. Ich sagte, es sei ein alter Plan von mir in einem Drama Josef als Menschenhasser darzustellen, wie ich als ganz junger Mensch Jesus als Atheisten darstellen wollte.― Der Russe über meine Stellung in Rußland; besonders den „Reigen“ hochhaltend.

― Mit Schönherr viel über Schlenther; auch ihn (den er sehr geliebt) habe er hingehalten und durch Unentschlossenheit geschädigt etc.― Mit Sch. weg.