Freitag, 4. November 1904

4/11 Viel geträumt; u. a. von einem Hotel in der Asperngasse (dort wo früher Lothar wohnte, was mir im Traum nicht einfiel) wohin ich als Liebespaar mit O. ging, und in dem eine komische Figur, eine Art Hotel- und Bordell-Arzt eine Rolle spielte wo das Zimmer 21 M. kosten sollte, weil es eigentlich Berlin war, und wo wir im Hinausgehn (mit andern) uns vor Locomotiven und Automobilen flüchten mußten.

Spaziergang allein Pötzleinsdorf, Salmannsdorf, in zieml. Sturm.―

Nm. mit Mama Beethoven 2. Concert.―

Gelesen ein schlechtes Stück von Frau Rotenstern-TesiDas ewige Räthsel“, das sie mir im Mscrpt. gab.―

In dem neu erschienenen 1. Heft der Oest. Rdsch. wünscht Berger wie schon andre, dass ich („der einzige der es könnte“) den Bauernfeldschen Lustspiel Faden weiterspinne.― Gibt es verschiedenere Naturen als Bauernfeld und mich?―

Notizen, Schriften u. dgl. geordnet.―

Abds. bei Mama.― Familie.― O. Streicher- und Ansorgelieder.―

Zu Haus las mir O. einige Liliencrongedichte vor.― Wie schön ist es ein Arier zu sein ― man hat sein Talent so ungestört ― ― ― Sprachen drüber, wie unbegreiflich, dass die Leute nicht merken, in was für einer künstlerisch reichen Zeit sie leben: Dehmel, Liliencron, die Mann’s,― Hauptmann, HofmannsthalStraussStreicherMahler;― Klinger, Klimt!―