Freitag, 12. Dezember 1902

12/12 O. noch immer nicht wohl ― arbeitete Nm. bei ihr.― Abds. war Gust. Schw. bei mir. Er sagte von M. Vanna, die er eben gelesen: Man beleidigt Sie, wenn man die Beatrice damit vergleicht.―

― Mein Gefühl ist ähnlich; überdies ärgert mich der vorauszusehende Snobismus der Kritik, der finden wird, dass Bea. viel schlechter ist als die M. Vanna

Über Hugo einiges. Seine fast unverständliche Neigung zu literar. Aneignungen: Bassompierre in der Zeit, s. Z. eine Schlachtenerzählung in der N. Fr. Pr. (Uhl sagte damals im Schachclub: Ich habe fast wörtlich dasselbe vor kurzem gelesen und weiss nicht mehr wo. Hugo fand es auch merkwürdig, gestand aber nichts zu.) Dann s. Z. als ich ihm den Stoff zur Beatrice erzählte: „Das Stück werd ich auch schreiben“ (drum machte ich mich so eilig dran). ― Vor 10 Jahren schrieb Gustav eine Bauernstückparodie, Hugo steuerte 2 Gstanzln und 1 Satz bei, sprach dann immer von „unserm Stück“, fragte einige Mal nach „unserm Honorar“ und nahm als ihm Gustav von dem erhaltnen Feuilletonhonorar zehn Gulden überschickte (ein Drittel) das Geld an.―

Wie schwer Menschen zu schildern sind, wurde besprochen ― Wie ist dieser so ausgeprägte Zug innerhalb dieses nicht nur begabten und klugen sondern wohl auch vornehmen Menschen zu begreifen:― Es fuhr mir übrigens auch durch den Sinn, dass irgend ein andrer durch die eine Bassompierre Sache beinahe ruinirt gewesen wäre.