Samstag, 13. April 1895

13/4 Telegramme von Mz. I ― ich telegr. ihr nach St. Pölten, sie solle ins Griensteidl tel.― ― Ich hatte mit Andrian bei Rich. soup.―

― Im Griensteidl. Um 11 teleph. ― sie kommt in 10 Minuten. Ich merkte, dass ich mir ihre Stimme anders vorgestellt.―

― Ich, erregt, warte draußen. Sie kommt, im Wagen. Ich zu ihr.― „Bist dus …“ Ueber den Ring.― Zuerst: warum ich nicht nach St. Pölten … „hast du mich noch lieb ― ist es wahr, daß du der Sandrock den Hof machst, du bist ihre Sonne“ ― Weinen (auch ich) Küsse.― „Hast du mich lieb …?― Hast du wen lieb und hast ihr vielleicht gesagt: jetzt kommt eine alte Geliebte von mir, mit der muss ich lieb sein ―?“Ich war ergriffen. „Was ist aus mir geworden.“― Ich weinte sehr.―

Kaffee Müller, Bruder in Beamtenuniform herausgeholt ― mit ihr in die Margarethenstr. wie einst ― Sie hatte auch das oberflächliche dumme plaudern wie einst ― aber ich empfand sie als so vollkommen in ihrer Art. Auch ihr Betrug gehörte zu ihr, wie das Immerweiterlieben ― Ich fühlte dass ich nie eine andre geliebt. Auch Mz. Rh. nicht. Ich spürte wie anders das war, alles von früher wacht wieder auf.

― Kfh. Mackau Richard Karlweis, Salten.―

Mit Salten Gespräch im Heimweg. Ueber das nothwendige und das unheimliche: wie die Leute immer recht haben ohne zu wissen warum. (Z. B. wenn man Mz. Rh. vor mir warnt.)