Dienstag, 30. August 1881

30/8 Dinstag.― Lese jetzt Börnes Briefe aus Paris. Regen mich sehr an.―

― Sonst langeweile ich mich. Noch dazu auf gar keine amüsante Weise.―

Eugen thut auch gar nichts. Wenn man über seine Aussichten mit ihm spricht, d. h. über ihre Vagheit, so wird er insolent.― Jacques ist sich immer gleich; fad und ziemlich einfältig.― Bachmann lebt auch so hin und ist dabei gescheidt; eines so unangenehm wie das andere.― Karl Z. geht wahrscheinlich nach Cairo, ist soidisant verliebt (Jeanne B.), nimmt englische Stunden bei Bachm., arbeitet fleißig im Bureau, isst ungeheuer viel und ist ein ganz lieber Kerl. Sigmund liess sich neulich sehen; er behauptet, Matura gemacht zu haben.― Hermann philistert in Dornbach.― Fritz war gestern herin; er ist riesig affectirt und geizig; 2 Gedichte von ihm sind in der Hausfrauenzeitung abgedruckt; eins hab ich gelesen, das war aber miserabel. Er ist literarisch thätig. Bedeutendes wird er nie hervorbringen. Er ist eine ziemlich begabte Natur und ein kleinlicher Charakter.― Mein Bruder studirt fleißig zur Matura. Ich zum Rigorosum gar nicht. Übermorgen, am ersten beginne ich mit Macht.― Adolf bleibt stumm.― Das weibliche Geschlecht zuckt aus monotonen Langeweile-Wolken um mich herum ― wie Blitze, die nicht treffen.

― Einfälle hab’ ich schon lange keine vernünftigen gehabt.― Rauche viel. Virginier.