Samstag, 2. Oktober 1880

2/10 Samstag Abd.― Im Volkg. traf Ida an der Seite ihrer Bonne, Geschwister und ihres ewig unzufriedenen und eifersüchtigen Eugen.― Richard H. fuhr mit einem Mal mit niedergesenktem Blick vorbei; just als ich allein war; und in belebtere Gegenden mit ihm den Weg nehmend, fand ich bald Gelegenheit, ihn mit allen Männlein und Weiblein ― alle möglichen waren versammelt ― bekannt zu machen.―

― Meine geliebte Fanny war da, und es fügte sich, dass einmal drei Paare Eugen, Ida, Dr. R., Lr., sie ich durch eine stillere Allee Ausgang nahten [!], ― wir zwei waren hinter den andern und hielten fest Hand in Hand. Sie flüsterte bebend … Geh gib mir einen Kuss ― ich umschlang sie und glühend fanden sich die Lippen ― Bah es ging bald, gleich, wieder zurück unter die Leute; Fanny M. war liebenswürdig wie immer, sagte: es sei genug, wenn nur wir uns immer liebten, das übrige gäbe sich schon und sei Nebensache ―

L. war gestern aus dem Salon bei R.s, wo in seltsamer Versammlung Frau R., Fany, er und ich sich zusammenfanden, weggestürzt ― und in seine Wohnung, wo er meiner liebsten Vater traf. Wüthend rief er: S. ist oben! ―